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Starke Kultur für eine starke Stadtidentität!

Starke Kultur für eine starke Stadtidentität!

Kulturelle Angebote beleben die Kieze und bringen Menschen zusammen, Gedenkorte sind stark mit der Geschichte des Bezirkes verwachsen – beides kommt politisch oft zu kurz. Genau das wollten wir ändern, denn Kultur und Gedenken schaffen Identität und Verbundenheit.

Mehr Kulturangebote im öffentlichen Raum

Während der Corona-Pandemie richtete das Bezirksamt während der Sommermonate zahlreiche Kulturangebote ein, die sich im öffentlichen Raum befanden und umsonst erlebbar waren. Was zunächst nur als Notlösung zur Aufrechterhaltung von Kulturangeboten gedacht war, hat sich mittlerweile fest als niedrigschwelliges Kulturangebot für Alle etabliert und sollte deshalb auch zukünftig aufrechterhalten werden. In den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2024/25 konnte unsere Fraktion die im Doppelhaushalt 2022/23 eingestellten Mittel erfreulicherweise für den Kultursommer verstetigen. 

Außerdem haben wir uns für einen öffentlichen Skulpturenpark auf dem Dorfanger in Friedrichsfelde eingesetzt. Skulpturen und Plastiken aus dem Bestand des Bezirks, die ursprünglich einmal Teil von Brunnenanlagen oder sonstiger öffentlicher Kunst waren, können so wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zur Zeit befinden sie sich in Depots – damit ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes und der Geschichte des Bezirks für Lichtenberger*innen nicht erlebbar. 

Der Dorfanger eignet sich aufgrund seiner Lage und seiner guten Erreichbarkeit ideal als Ausstellungsort; die Auswahl und Platzierung der Skulpturen soll dabei gemeinsam mit Künstler*innen, kunsthistorischer Expertise und mit Anwohner*innen durchgeführt werden.

Das Projekt hat damit das Potential, die Bedeutung von Kunst und Kultur im öffentlichen Raum zu steigern und trägt zur Aufwertung und Attraktivitätssteigerung von Friedrichsfelde bei.

Der Antrag wurde im November 2022 von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen und hoffentlich bald umgesetzt.

Die Geschichte Lichtenbergs angemessen würdigen

Gedenkkultur hat in Lichtenberg einen hohen Stellenwert, leider ist es jedoch schon mehrfach vorgekommen, dass die vom Bezirksamt ausgerichteten Gedenkveranstaltungen den Anlässen nicht gerecht werden.

Mit einem im November 2025 beschlossenen Antrag wollen wir das Bezirksamt in die Lage versetzen, gemeinsam mit der Bezirksverordnetenversammlung eine den jeweiligen Gedenktagen würdige Veranstaltung zu konzipieren und durchzuführen. Dafür soll für jedes Jahr rechtzeitig geplant werden, wann, wo, in welchem Umfang und unter wessen Beteiligung die Gedenkveranstaltungen des Bezirksamtes stattfinden sollen und inwieweit die Bezirksverordnetenversammlung und gegebenenfalls Dritte an ihnen beteiligt werden. Diese Planung soll spätestens zu Beginn des jeweiligen Jahres im Kulturausschuss vorgestellt werden.

Neben Gedenkveranstaltungen gibt es noch andere Möglichkeiten, Ereignissen oder einzelnen Menschen zu gedenken. So haben wir das Bezirksamt gebeten, sich beim Senat dafür einzusetzen, dass das Grab des ersten Lichtenberger Bürgermeisters Oskar Ziethen auf dem ehemaligen Friedhof Gotlindestraße als Ehrengrabstätte des Landes Berlin gewidmet wird.

Ehrengrabstätten sind ein Ausdruck der Ehrung Verstorbener, die zu Lebzeiten hervorragende Leistungen mit engem Bezug zu Berlin erbracht oder sich durch überragendes Lebenswerk um die Stadt verdient gemacht haben. Oskar Ziethen hatte als Amtsvorsteher und Bürgermeister einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung Lichtenbergs, indem er die Landgemeinde zunächst zu einer industriell geprägten Großstadt und ab 1920 zu einem Berliner Bezirk führte.

Die Widmung des Grabes als Ehrengrabstätte ist eine angemessene Würdigung dieser Verdienste um die Stadt Berlin und insbesondere den Bezirk Lichtenberg. Das Bezirksamt hat bereits seine Unterstützung unseres Antrags kundgetan und sich an den Regierenden Bürgermeister gewandt und um die Widmung gebeten. Sobald eine Antwort der Senatskanzlei vorliegt, wird es die Bezirksverordnetenversammlung darüber informieren.

Jeder Mensch verdient einen angemessenen Abschied

Sind nach einem Todesfall Angehörige, oder andere Personen, die die Bestattung organisieren könnten, nicht oder nicht rechtzeitig ermittelbar oder sind sie mittellos, ist das Ordnungsamt, in dem die verstorbene Person ihren letzten Wohnsitz hatte, zuständig. Dieses veranlasst in der Regel eine anonyme Urnenbeisetzung – in Lichtenberg findet diese auf dem Zentralfriedhofs Friedrichsfelde statt. Aufgrund der Anonymität erfolgt sie jedoch ohne Trauerfeier und ohne letzte Verabschiedungen. Dabei verdienen auch Personen, die ohne nahe stehende Personen sterben, ein letztes Gedenken.

Um diesen ordnungsbehördlich Bestatteten einen würdevollen Platz im öffentlichen Bewusstsein zu geben, haben wir uns im Oktober 2024 für die Einrichtung einer alljährlichen Gedenkfeier durch das Bezirksamts eingesetzt. Diese werden schon in anderen Bezirken und von der evangelischen und der katholischen Kirche in Berlin abgehalten – seit Totensonntag 2024 findet nun auch ein alljährliches Gedenken im Rathaus Lichtenberg statt. 

Die Teilnahme an der Trauerfeier steht jedem offen. Damit setzt der Bezirk ein Zeichen des Mitgefühls und der Menschlichkeit für ordnungsbehördlich bestattete Menschen.

** Weitere Erfolge können Sie ab dem 24.04. hier nachlesen **


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Geschrieben von: Lisa-Marie Sager