Am Wochenende hat die SPD-Fraktion Lichtenberg zusammen mit der SPD Hohenschönhausen, Vertretern von Zeitgeist sowie Bürgerinnen und Bürgern sich zu einem Rundgang getroffen. Der Projektentwickler möchte das Quartier Ferdinand-Schultze-/Gensler-/Gärtnerstraße. neu strukturieren. Auf dem Spaziergang durch das Gewerbegebiet stellten sie ihre Pläne vor und zeigten, wie die Flächen aktuell genutzt werden.

Durch Produktion geprägt

Ausgangspunkt war an der Tankstelle in der Genslerstraße. Die Route führte von dort direkt ins Gewerbegebiet, über die Bahnhofstraße hinweg  wieder außen um das Gebiet herum, bis sie schließlich im Norden endete.

Es wurde schnell deutlich, dass einige Flächen in dem Gewerbegebiet entwickelt werden müssen. Das Potenzial ist vorhanden. Ob das Unternehmen Zeitgeist aber tatsächlich ihr Konzept, Wohnen und multifunktionale Gewerbebauten zu vereinen, umsetzen kann, muss noch ausführlich diskutiert werden. Für die SPD-Fraktion steht in diesem Gebiet die Sicherung von Gewerbeflächen an erster Stelle. Das Quartier liegt in einem sogenannten EpB-Gebiet (Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich). Gerade solche Flächen sind in Berlin mittlerweile rar und daher setzt sich der sozialdemokratische Bezirksstadtrat für Wirtschaft Kevin Hönicke für den Erhalt ein. Er war ebenfalls bei dem Rundgang dabei und berichtete, was das Bezirksamt bereits zur Entwicklung dieses Gebietes unternimmt. Und betonte gleichzeitig, dass es für ihn und sein Amt hier um die Fortentwicklung eines Gewerbegebietes geht.

Gemeinsam entwickeln

Jutta Feige, Co-Fraktionsvorsitzende der SPD Lichtenberg, bedankte sich für den Einblick in das Quartier: „Direkt vor Ort einen Blick auf die verschiedenen Flächen zu werfen, ist äußerst hilfreich. Für uns wurde deutlich, welche Unterschiede in der Qualität die verschiedenen aktuellen Nutzungen aufzeigen und wie viel Potenzial die Flächen haben. Es ist sehr positiv für eine konstruktive Zusammenarbeit, dass sich die Vertreter von Zeitgeist trotz unserer kritischen Haltung die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten.“

Auch die Senatsverwaltung sieht Wohnungsbau hier kritisch, berichtet Kevin Hönicke noch einmal: „Hinzukommt, dass bei einer Wohnbebauung, der Bebauungsplan und der Flächennutzungsplan geändert werden müssten. Hierfür bedarf es Zustimmung des Bezirks und des Senates. Ich bin skeptisch. Ich möchte hier Gewerbeflächen, aber keine brachliegenden Flächen.“

Arbeiter*innen schützen

Sandy Kliemann, Co-Fraktionsvorsitzende

Der Austausch war wichtig und wird von uns fortgeführt. Wir werden das Projekt kritisch begleiten und uns weiter für eine Entwicklung und ein Fortbestehen der wirtschaftlichen Nutzung des Quartiers einsetzen. Sandy Kliemann, Co-Fraktionsvorsitzende, betonte am Ende noch einmal: „Wir möchten Arbeitsplätze in Lichtenberg erhalten. Dabei ist uns nicht die pure Anzahl wichtig, sondern die Qualität. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass es hier Unterschiede, zum Beispiel beim Arbeitsschutz, gibt. Die Bedingungen vor Ort sollten für alle Nutzer*innen gleich sein und einem gewissen Standard entsprechen – zum Schutz der Arbeitnehmer*innen.“