Veranstaltung zur Umsteuerung im Jugendbereich am 17.07.

Am 17. Juni 2012 haben die Zählgemeinschaftsfraktion von SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen zu einer Diskussion mit den Lichtenberger Akteuren der Jugendhilfe eingeladen, um mit diesen über den Vorschlag zur Umsteuerung in der Jugendhilfe zu diskutieren. Der Einladung folgten ca. 40 Vertreterinnen und Vertreter aus der Jugendarbeit.

Zunächst wurde die Ausgangssituation durch den Vorsitzenden und jugendpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion erläutert. Lichtenberg zahlt derzeit für eine Angebotsstunde in der Jugendarbeit mit 27,28 € berlinweit den höchsten Preis. Wenn hier keine Veränderungen vorgenommen werden, droht dem Bezirk in den kommenden Jahren ein Defizit von bis zu einer Million Euro. Daher hat die BVV hatte im März während der Haushaltsberatungen beschlossen eine bezirkliche AG zur Umsteuerung im Jugendbereich einzurichten. Diese ist paritätisch mit Haushalts- und Jugendpolitikern besetzt. 

Bartosz Lotarewics,jugendpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen stellte anschließend den Vorschlag der Zählgemeinschaft vor. Dieser sieht vor, Jugendsozialarbeit und Familienförderung zu stärken. Offene Jugendarbeit soll aber nach wie vor das Kerngeschäft in den Jugendclubs bleiben. Weiterhin soll der Preis für eine Angebotsstunde auszudifferenziert werden und für durch Fachkräfte erbrachte Leistungen 32,50 € pro Stunde bezahlt und jede durch Ehrenamtliche oder Honorarkräfte erbrachte Stunde mit 8,50 € vergütet werden. Nach der Umsteuerung soll die Summe der Gelder für Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Familienförderung auf dem gleichen Niveau bleiben.

In der darauffolgenden Diskussion, äußerten die Vertreter der Träger ihre Bedenken zu dem Vorschlag. Eine kontroverse Diskussion entfachte sich an der Frage, in welchen Umfang Angebote durch Honorarkräfte und Ehrenamtliche vor Ort erbracht werden können und ob damit nicht die Arbeit der Fachkräfte entwertet wird. Es besteht der breite Wunsch der Träger, das Fachkräftegebot beizubehalten und die Verträge mit den Trägern rechtssicher zu gestalten. Erik Gührs hat daraufhin geantwortet, dass es mit dem Vorschlag keineswegs um eine Entwertung der Fachkräfte durch Ehrenamtliche gehe, sondern dass diese die Arbeit vor Ort ergänzen sollen, was im Übrigen bereits in fast allen Jugendclubs der Fall sei. Einig war man sich während der Debatte aber darin, dass eine Umsteuerung nötig ist, will man die Schließung von Einrichtungen vermeiden. Daher wurde begrüßt, dass der Vorschlag der Zählgemeinschaft das Gesamtniveau im Jugendbereich konstant hält.

Die bezirkliche AG wird Anfang August der BVV, dem Hauptausschuss und dem Jugendhilfeausschuss einen Vorschlag unterbreiten. Die Zählgemeinschaft hat daher für den 17. August zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen, um die Diskussion fortzusetzen.