Öffentliche Fraktionssitzung „Gesundheit und demographischer Wandel“

Am 11.06.2012 veranstaltete die SPD-Fraktion eine weitere Podiumsdiskussion der Reihe „öffentliche Fraktionssitzungen“. Thema waren die Gesundheitsversorgung im Bezirk und die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Lichtenberger Bevölkerung. Als kompetente Gesprächspartner konnten wir die Lichtenberger Stadträtin für Bildung, Kultur, Soziales und Sport Frau Kerstin Beurich, den Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Bezirksverordnetenversammlung Herrn Fritz Wolff  sowie den Leiter der sozialen Einrichtung „Lebensmut e.V.“ Herrn Michael Kargus gewinnen.

Sozialstadträtin Beurich informierte über das 2. Seniorenhandlungskonzept in Lichtenberg sowie eine Befragung des Bezirksamt über die Probleme der Seniorinnen und Senioren im Bezirk. Erfreuliches Ergebnis: Der Ärztemangel wird von vielen nicht so dramatisch wahrgenommen, wie die Zahlen eigentlich vermuten ließen. Den Seniorinnen und Senioren fehlt es hingegen sowohl an kulturellen Angeboten als auch schlicht an öffentlichen Toiletten und mehr Parkbänken, um die Erledigungen des Alltags leichter bewältigen zu können.

Fritz Wolff schilderte im Anschluss eingängig, wie es um die Versorgung mit Fachärzten in Lichtenberg bestellt ist. Bei Hals-Nasen-Ohren-Ärzten (HNO) beispielsweise sieht es bezirksweit sehr schlecht aus. Mit dem Hinweis, dass in den nächsten zwei Jahren weitere HNO-Ärzte altersbedingt ausscheiden, wird hier dringender Handlungsbedarf offenbar. Ein weiteres Problem stellt der öffentliche Gesundheitsdienst dar, um dessen finanzielle Ausstattung es nicht gut bestellt ist.

Michael Kargus warf einen Blick auf die Lage von Migrantinnen und Migranten in Lichtenberg. „Aufgrund ihrer Vergleichsmöglichkeit zu anderen Gesundheitssystemen bewerten diese die Ärzteversorgung im Bezirk eher positiv“ so Kargus. Dennoch besteht hier Handlungsbedarf, da auch in dieser Gruppe der demographische Wandel unvermittelt weitergeht und weniger Junge immer mehr Älteren gegenüberstehen. Das Stichwort hier lautete „Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen“. Vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich liegen hier bei Migrantinnen und Migranten Potentiale, die aufgrund der fehlenden Anerkennung bisher vergeben werden.

In der im Anschluss von Dirk Liebe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, geleiteten Diskussion meldeten sich etliche Expertinnen und Experten aus dem Publikum zu Wort. Neben der Forderung nach Bewegungsangeboten für Senioren im Kiez wurde diskutiert, wie mehr junge (Fach-)Ärzte für Lichtenberg begeistert werden können. Hier müssen Bezirks-, Landes- und Bundespolitik Hand in Hand mit der kassenärztlichen Vereinigung sowie den Hochschulen arbeiten, damit der Arztberuf in Lichtenberg attraktiver wird.

Fotos der Veranstaltung finden Sie auf dem Facebook-Profil der Fraktion: www.facebook.de/SPD.Fraktion.Lichtenberg