Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht,

  1. sich dafür einzusetzen, dass am Sana Klinikum Lichtenberg die Babyklappe, für die die baulichen Voraussetzungen an der Fanningerstraße bereits geschaffen wurden, geöffnet und die Öffentlichkeit hierüber in geeigneter Weise informiert wird.
  2. sich in Vorbereitung der dazu notwendigen Gespräche mit der Leitung des Klinikums über die Erfahrungen der Betreiber der in Berlin bereits bestehenden Babyklappen zu informieren und diese Erfahrungen für den Betrieb der Babyklappe am Sana Klinikum zu nutzen.

Begründung

Babyklappen können und sollen keinesfalls die vorsorgende und begleitende Betreuung vor allem junger Schwangerer ersetzen, um Notlagen von vornherein auszuschließen. Sie sind auch kein Ersatz für verantwortungsvolles Handeln, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Aber, unabhängig von bestehenden straf- und erbschaftsrechtlichen Bedenken sowie Befürchtungen, die das seelische Gleichgewicht der abgebenden Mütter sowie der abgegebenen Kinder in späteren Jahren betreffen, sind Babyklappen ein letztes konkretes Angebot, das nackte Leben von schutzlosen, gefährdeten Säuglingen zu retten, die sonst ausgesetzt werden würden.

Berlin, 10.11.2008

Manfred Becker
Fraktionsvorsitzender
für die SPD-Fraktion

Dietlind Tessin
Bezirksverordnete
für die SPD-Fraktion