Wer gesund bleiben oder werden möchte, muss hin und wieder zur Ärztin oder zum Arzt. Damit das jederzeit und ohne Probleme möglich ist, braucht es genügend Praxen. Und hier beginnt das Problem, an deren Lösung die SPD-Fraktion intensiv mitarbeitet.

Für die Verteilung von Ärzt:innenpraxen ist in erster Linie die Kassenärztliche Vereinigung Berlin zuständig.  Sie koordiniert die ärztliche und psychotherapeutische Versorgung in Berlin, sodass alle Berliner:innen flächendeckend zur:m Ärzt:in gehen können.

Diese hat nun entschieden: Berlin wird in drei Gebiete aufgeteilt, damit Ärzt*innenpraxen besser verteilt werden.

  • Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf
  • Treptow-Köpenick
  • der gut versorgte Rest

„Was lange währt, wird gut. Zumindest sind die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) aufgezeigten „Neue Wege in der Bedarfsplanung“ ein wichtiger und großer Schritt in die richtige Richtung. Die deutlichen Versorgungsunterschiede der Berliner Bezirke finden nun endlich Berücksichtigung.“, bewertet die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Lichtenberg, Sandy Kliemann, die Neueinteilung der Planungsgebiete.

Die Differenzen in der Versorgung sind erheblich. Aus dem Gesundheitsbericht Lichtenberg 2019 geht hervor, dass der Versorgungsgrad am 01.01.2019 in Charlottenburg-Wilmersdorf bei 135,6 % lag, das ist die Spitzenposition, und in Lichtenberg bei 80,7%, was Rang 12 entspricht. Blickt man auf den Zeitraum von 2013 bis 2019, sieht man einen Abstieg des Versorgungsgrades in Lichtenberg von 97,4% auf 80,7%. Das ist keine gute Entwicklung. Der magische Wert von unter 75%, ab dem die Kassenärztliche Vereinigung von einer Unterversorgung spricht, liegt nicht mehr fern. Und schon jetzt fällt es den Lichtenberger:innen schwer, neue oder andere Hausärzt:innen zu finden.

Mit der Neueinteilung der Planungsgebiete ist Besserung in Sicht. Sobald der Plan der KV in Kraft tritt, könnten neue Sitze nach den neuen Planungsbereichen verteilt werden.  Auch mit der Teilentsperrung der Gebiete 2019 wurden schon Möglichkeiten geschaffen, dass sich Ärzt:innen in schlechter versorgte Bezirke niederlassen können. Die aktuellen Zahlen könnten daher in Lichtenberg bereits etwas besser aussehen.

Der Versorgungsgrad gibt auf Grundlage der Ärzt:innen-Einwohner:innen-Verhältnisse an, wie gut die Versorgung im Bezirk ist. Definitorisch besteht laut Kassenärztlicher Vereinigung bei der hausärztlichen Versorgung ab einem Versorgungsgrad von <75 % eine Unterversorgung. Bei Fachärzt*innen tritt eine Unterversorgung ab einem Versorgungsgrad von <50 % auf.

Wie geht es weiter? Mit der Neueinteilung wurde eine gute Voraussetzung geschaffen, die Ärzt:innenversorgung in Lichtenberg zu verbessern. Auf dieses Fundament müssen nun neue Praxen gebaut werden.

Der Bezirk ist in der Pflicht, u. a. dafür Sorge zu tragen, dass ein vielfältiges Angebot von Gewerbe- und Praxisräumen aufgezeigt wird und zur Verfügung steht bzw. in den bestehenden Bauvorhaben des Bezirkes umgehend mitgedacht wird. Zudem dürfen wir natürlich in den Planungsprozessen auch nicht die notwendige Infrastruktur drum herum, d. h. die Rahmenbedingungen für den Praxisbetriebe/die Patienten vergessen. Hierbei möchte der Bezirk auch zusätzliche Anreize zur Ansiedlung für Ärzt:innen schaffen. Die SPD-Fraktion Lichtenberg wird darauf achten, dass das Bezirksamt seiner Pflicht nachkommt und sich weiterhin dafür einsetzen, dass sich die Versorgung mit Ärzt:innenpraxen in Lichtenberg verbessert.

Den Gesundheitsbericht Lichtenberg gibt es hier.

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